Kaiserpfalz in Gelnhausen

In einem Reich, das unter Kaiser Friedrich II. im Jahr 1230 von der Ostsee bis nach Sizilien und von der Provence bis nach Böhmen reichte, waren die "Reisekaiser" auf feste Plätze angewiesen, sogenannte "Pfalzen". Von hier konnte das weit verstreute Reichsgut verwaltet werden, die Anlagen boten dem meist über 1000 Personen zählenden kaiserlichen Troß Nahrung und Unterkunft und zugleich waren sie die Kulisse für höfische Feste und repräsentative Treffen mit den Großen des Reiches.

Gelnhausen, an der Kinzig und am Schnittpunkt wichtiger Handelsstraßen gelegen, war einer der beliebtesten Pfalzorte der Staufer. Die nahebei gegründete Stadt mit ihrem ökonomischen Potential machte die ANlage umso attraktiver, von hier wurde der Reichsforst und das umfangreiche Reichsgut in Kinzigtal, Spessart und Vogelsberg verwaltet.

Zahlreiche bedeutende Reichstage wurden hier abgehalten, adlige und geistliche Herren, staufische Ritter, Gesandte aus alles Welt und fahrende Minnesänger verwandelten die Anlage in Zentren der höfischen Kultur und des staufischen Lebens.

ein (sehr) kurzer Rundgang

Die prächtige romanische Torhalle ist der Auftakt des Rundganges und zugleich der einzig komplett erhaltene Raum der Kaiserpfalz. Im Gegensatz zu anderen Burganlagen wurde die Kernburg nicht im Laufe der Jahrhunderte ständig um- und ausgebaut, sondern es wurden sogar alle nicht hochmittelalterlichen Bestandteile nachträglich entfernt. Ab dem Durchschreiten des Tores kann man daher nahezu unverfälschtes 12. und 13. Jahrhundert erleben. Zu den Höhepunkten einer Besichtigung zählen sicher die Tympana in der Torhalle, Das Adlerkapitel auf dem Weg in den Burghof, die herausragenden Kapitelle der Palasfront und der Kamin mit den Rückenplatten der Thronsitze. Der Blick vom Torturm über das Kinzigtal und auf die am Hang gelegene Stadt wie auch die heute parkähnliche Anlage innerhalb der Mauern sind von seltener Schönheit.

Um die Kaiserpfalz in all ihren Details wahrnehmen zu können, empfiehlt sich eine Führung oder das Besuchen, besser noch Mitwirken bei Veranstaltungen unseres Projektes Gelnhausen1230!

Adresse:

Burgstraße 14
63571 Gelnhausen
Tel.: 0049 (0)6051 38 05
Fax: 0049 (0)6051 16 787

Öffnungszeiten:

März - Oktober
Dienstag - Sonntag 10:00 Uhr - 17:00 Uhr
November - Dezember
Dienstag - Sonntag 10:00 Uhr - 16:00 Uhr
letzter Einlass 1/2 Std. vor Schließung.

Preise:

Einzelkarte (Erwachsene)  3,50 €
Gruppen / Ermäßigungen  2,00 €
Familienkarte                  8,00 €
Schulklassen pro Schüler  1,25 €
Kindergärten pro Kind    1,00 €

 

weitere Informationen:

www.schloesser-hessen.de

www.gelnhausen.de

 

kurze Geschichte der Kaiserpfalz

ca. 1100 Burg der Grafen von Selbold-Gelnhausen

ca. 1158 Friedrich I. Barbarossa erwirbt große Teile der Burg

ca. 1170 Fertigstellung der ersten Gebäudeteile

1180 Reichstag von Gelnhausen und Ausstellung der "Gelnhäuser Urkunde"

1193 Bekanntgabe der Freilassung von Richard "Löwenherz" durch Kaiser Heinrich VI.

1170-1239 insgesamt 32 Aufenthalte staufischer Könige und Kaiser in der Pfalz

1250 erfolglose Belagerung durch Wilhelm von Holland, Blidenkugel davon im Burgmuseum

1254 nach dem Ende der Staufer kein Interesse mehr am Pfalzensystem, Weiterbestand als Burg

1349 Verpfändung der Burg. In der Folge Zerfall der staufischen Bauten, aber stete Erweiterung der Vorburg und der Burgmannenhäuser.

1363 Burg wird "gestoret", da sich Geächtete in sie geflohen haben

1398 Beschwerde König Wenzels über den schlechten Bauzustand, in der Folge Ausbau der Anlage

1446 99 Burgmannen gehören zur Burgmannschaft

1479 Vollendung der Vorburgummauerung mit Haintor und Obenhäuser Tor

1555 älteste Darstellung der Burg

1635 Erstürmung und endgültige Zerstörung der Burganlagen im 30-jährigen Krieg

im 18. Jahrhundert Verfall der Burglehen und Nutzung der Kernburg als Steinbruch

1803 Burg an Hessen-Kassel

1810 Ende der Nutzung der Burgkapelle

1816 Verbot des weiteren Abrisses und Beginn der ersten Sanierungen

 


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